Programm Überblick

Freitag, 13.11.2015
 
19.00 - 19.15
Begrüßung Marktl Wolfgang
und Mag. Sonja Ramskogler (i.V. von Stadträtin Mag. Sonja Wehsely)
19.15 - 20.15  

Warum wir Spiritualität in der Wissenschaft und Medizin brauchen Walach Harald
20.15 - 20.35    Zisterziensisches Heil-Mantra spirituelle Performance  
20.35 - 21.30    
Verkostung eines Heilweins mit Live-Musik  
     
Samstag, 14.11.2015    
09.00 - 09.30   
Spiritualität? Begriffsbestimmung und provokante Hypothesen Steinmetz Karl
09.45 - 10.45   
Der Mensch als Wesen des Geistes - Genetik, Epigenetik und Spiritualität im Kontext von Krankheit und Gesundheit
Beck Matthias
10.45 - 11.00 Kaffeepause
 
11.00 - 12.00 
Spiritual Care: Die Wiederentdeckung des „ganzen“ Menschen Heller Birgit
12.00 - 12.30 Podium                     
 
12.30 - 14.00
Mittagspause  
14.00 - 14.30 Achtsamkeitstraining – produktiver Umgang mit Stress und Schmerz Baatz Ursula
14.30 - 15.30
Das fehlende "Leben" seit Descartes.
Pietschmann Herbert
15.30 - 15.45 Kaffeepause
 
15.45 - 16.15 Spiritualität in der chinesischen psychosomatischen Medizin Cong Lin
16.15 - 16.45
5-D-Coaching - eine spirituelle Chance!
Bittmann Georg
16.45 - 17.15
Maulwurf mit Verstopfung – ein psychosomatischer Beitrag der Klostermedizin
Steinmetz Karl
     

 

Programm

Freitag, 13. November 2015

19.00 – 19.15: Begrüßung (Marktl)                           

19.15 – 20.15:  
„Warum wir Spiritualität in der Wissenschaft und Medizin brauchen“

Harald Walach
Spiritualität, als erfahrungsmäßige Bezogenheit einer Person auf eine über die Person hinausreichende Dimension der Wirklichkeit, die sich im Fühlen, Denken und Handeln manifestiert, ist nicht Thema des wissenschaftlichen Mainstream-Diskurses. Durch die Assoziation der Wissenschaft mit der Aufklärung wurde nicht nur der theoretische Rahmen der Religion und der Lehre, sondern auch die erfahrungsmäßige Grundlage, Spiritualität, verpönt.
Ich argumentiere dafür, dass wir den erfahrungsmäßigen Kern, Spiritualität, von seiner begrifflichen Repräsentanz trennen und die Erfahrung, die eine menschliche Grundkonstante ist wie etwa Sexualität, zum Gegenstand wissenschaftlicher Forschung machen.
 Implizit ist dies in der Medizin bereits geschehen, wo in der Palliativmedizin notwendigerweise die Frage nach den letzten Dingen auftaucht und Menschen mit spirituellen Fragen und oft auch Erfahrungen konfrontiert werden. Wir haben in unseren eigenen Studien versucht, spirituelle Erfahrungen zu erfassen und zu untersuchen, wie sie mit Gesundheit zusammenhängen.

20.15 – 20.35:
„Zisterziensisches Heil-Mantra“ –
spirituelle Performance
Die Klostermedizin des Mittelalters wusste um die heilende Dimension von Musik. Hören Sie bei einem zisterziensischen Hymnus zu, oder tönen Sie mit, um dieses Heilwissen leiblich zu spüren.

20.30 – 21.30:
Verkostung eines Heilweins mit Live-Musik

Der berühmteste Medizinalwein der Traditionellen Europäischen Medizin – Hypocras – wurde nach Hippokrates, dem Vater der abendländischen Medizin, benannt. Verkosten Sie ein französisches Rezept der Renaissance mit sieben Gewürzen – zur Klängen des Ensembles „ArcAnime Concentus“.
  

Samstag, 14. November 2015

09.00 - 09.30:

Spiritualität? Begriffsbestimmung und provokante Hypothesen
Karl Steinmetz
Das Wort Spiritualität scheint mit zu den ungeklärtesten Begriffen überhaupt zu gehören. Der Beitrag versucht die Bestimmung eines Modewortes und wagt Hypothesen zum Verhältnis von Spiritualität und Medizin.

09.45 - 10.45:

Der Mensch als Wesen des Geistes - Genetik, Epigenetik und Spiritualität im Kontext von Krankheit und Gesundheit
Matthias Beck
Die Medizin ist nach wie vor weithin naturwissenschaftlich geprägt. Sie wird ergänzt durch psychosomatische Zugänge. Die dritte Dimension, nämlich die geistig - geistliche Seite des Menschen wird dabei oft vernachlässigt. Aus der Genetik weiß man, dass Gene aktiviert und inaktiviert werden müssen. Ein geschädigtes Gen macht noch nicht krank, es muss aktiviert werden. Diese Aktivierung und Inaktivierung von Genen werden von sogenannten epigenetischen Einflüssen gesteuert. Diese liegen zum Teil im Genom selbst, aber auch in der Umwelt und im Innenleben des Menschen. Das Innenleben hat wiederum eine psychische Komponente, aber auch eine geistig-spirituelle. Diese ist ausgerichtet auf das Ganze des Lebens, auf den Grund allen Seins sowie auf den Sinn des Lebens. Auch diese Dimension menschlichen Seins hat über das Gehirn, in dem Denken und Fühlen repräsentiert wird,  Einfluss auf die genetischen Verschaltungen, das Immunsystem und damit auf Krankheit und Gesundheit.

10.45 - 11.00    Kaffeepause

11.00 - 12.00:  
Spiritual Care: Die Wiederentdeckung des „ganzen“ Menschen
Birgit Heller
In allen religiösen Traditionen wird der Mensch als eine Kombination aus materiellen und seelisch-spirituellen Dimensionen betrachtet. „Seelenheil“ und Heilung von Krankheiten gehören deshalb eng zusammen, weil der Mensch eine Einheit aus Seele, Geist und Körper bildet. Mit dem Aufkommen der modernen naturwissenschaftlichen Medizin hat sich das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit von Heil und Heilung immer stärker aufgelöst. Langsam zeichnet sich wieder ein Paradigmenwechsel ab, der Gesundheit und Krankheit als Phasen eines umfassenden menschlichen Entwicklungsprozesses betrachtet. Aktuelle salutogenetische Gesundheitskonzepte treffen sich im Interesse am „ganzen“ Menschen mit traditionell-religiösen und modernen spirituellen Ansichten. Impulse für die derzeit boomende Spiritual Care, als Teil eines ganzheitlichen Sorgekonzepts, gehen mittlerweile von allen Professionen aus, die im Gesundheitswesen (und insbesondere im Bereich von Palliative Care) tätig sind.
           
12.00 - 12.30    Podium                    

12.30 - 14.00    Mittagspause

 

14.00 - 14.30:   
Achtsamkeitstraining – produktiver Umgang mit Stress und Schmerz
Ursula Baatz
Achtsamkeit üben heißt, das Leben in der Gegenwart zu leben, Augenblick für Augenblick, in immer tieferer Fülle. Das aufmerksame, annehmende, nicht urteilende Sich-Zuwenden auf die gegenwärtige Erfahrung beruhigt, zentriert und erlaubt so einen anderen Umgang mit Stress und Schmerz. Durch das wache, achtsame Wahrnehmen unserer Empfindungen, Gedanken und Gefühle können wir immer klarer erkennen, was wir wirklich brauchen, um gemeinsam mit anderen gut zu leben.

14.30 - 15.30:
Das fehlende "Leben" seit Descartes
Herbert Pietschmann
Der abendländische Denkrahmen seit dem 17 Jahrhundert fußt wesentlich auf Descartes' Erkenntnissen "cogito ergo sum" und "res extensa versus res cogitans" ("ich denke daher bin ich" und die Gegenüberstellung von Geist und Materie.) Das hat zu einem rein mechanistischen Denken geführt, das das Abendland geradezu in Geiselhaft genommen hat. Um diese zu überwinden, müssen die beiden Ansätze Descartes' neu überdacht und ergänzt oder gar ersetzt werden.


15.30 - 15.45    Kaffeepause

15.45 - 16.15:   
Spiritualität in der chinesischen psychosomatischen Medizin

Lin Cong
Die chinesische psychosomatische Medizin (CPM) hat die Aufgabe, die körperlichen, organischen, seelischen und geistigen sowie kognitiven Probleme zu lösen und die Wege zur psychosomatischen Gesundheit aufzuzeigen. Um diese zu erlangen, sind menschliche Eigeninitiativ-Heilverfahren zur Aktivierung der psychosomatischen Vorgänge auszuführen. Dazu gehören z. B. die fünf Top-Designs, das Beleben des Natur-Hirns und die Meridian Dao Yin-Übungen, etc.
Aus der Sicht der CPM gehört die Spiritualität zu einer psychischen Fähigkeit, die mit der Natur in einem engen Zusammenhang steht. Wie z.B. Weisheit, Gespür, Interozeption(Aufnahme körpereigener Informationen), Auffassungsgabe, Geistesgegenwart, Einsicht, naturnahe Lebenseinstellung, etc. Diese Geistigkeiten sind die wichtigsten Bausteine des Lebensbewusstseins und unerlässliche Grundlage unserer Psyche. Beim Kongress wird der Autor Dr. Lin Cong, der Begründer der CPM, präsentieren, wie man seine Spiritualität mit den bewährten traditionellen Verfahren positiv entwickelt und dadurch die psychosomatische Gesundheit erreichen und Leistungsfähigkeit steigen kann.

16.15 - 16.45:   
5-D-Coaching - eine spirituelle Chance!

Georg Bittmann
Von der Geschichte des Hiobs abgeleitet, werden 5-D-Klienten die fünf Dimensionen vorgestellt, die - unabhängig, ob gläubig oder nicht- universell gültig sind. Jeder bewegt sich in folgenden fünf Dimensionen.
Die psychische und physische Dimension ( = psychosomatische Ebene),
die soziale und materielle Dimension (=lebenspraktische Ebene),
und die spirituelle Dimension (=Sinn-Ebene) bestimmen das Leben eines jeden Menschen.
In der Vorstellung des Coachings werden dem 5-D-Klienten dann die Zusammenhänge aufgezeigt, die zwischen den Dimensionen bestehen. So bewirkt ein körperlicher Schmerz auch seelische Belastung und umgekehrt. Materielle Probleme können zu Beziehungsschwierigkeiten führen. Ein negativ erlebtes Vaterbild kann z.B.  bis in die Dimension des Glaubens belastend hinein wirken.
Das 5-D-Coaching hilft einem Klienten sein Leben auszurollen und zu ordnen. In ausführlichen Gesprächen können so Stärken und Schwächen entdeckt, bzw. die notwendigen weiteren Schritte erkannt und definiert werden.
           
16.45 - 17.15:   
„Maulwurf mit Verstopfung“ – ein psychosomatischer Beitrag der Klostermedizin

Karl-Heinz Steinmetz
Die Klostermedizin kennt sieben Tierbilder – Schwein, Affe, Maulwurf, Bär, Hund, Esel, Löwe – um psychosomatische Komplexe zu veranschaulichen. Am Beispiel Maulwurf lässt sich der Verknüpfung von Verstopfung-Schulterpanzer-Atemprobleme-Habsucht mustergültig studieren und durch spezifische Leibübungen lösen.